Verein - Geschichte





alle Bilder copyright Hans Payrleithner - mit herzlichem Dank für die Zurverfügungstellung

Gründung

Wie aus unserem Vereinsnamen hervorgeht, wurde der Verein bereits im Jahr 1888 gegründet. Die Gründungsmitglieder waren 12 Männer (Frauen wurden anfänglich nicht als Mitglieder aufgenommen). Das Bootshaus befand sich damals nahe des Hotels Minichmayr, ennsabwärts am rechten Ennsufer. In den beiden ersten Jahrzehnten des Vereinsbestandes herrschte reger Betrieb. Mit Ansteigen der Popularität des Radsports um 1910 verringerte sich die Mitgliederzahl und das Interesse am Rudersport ließ nach.

1. Weltkrieg

Während des ersten Weltkrieges war der Ruderbetrieb praktisch eingestellt. Anschließend haben die ersten Aktivitäten wieder vom alten Bootshaus aus stattgefunden. 1930 hatte der Verein etwa 50 Mitglieder und 6 Boote. Man versuchte schon damals mit Oberrealschülern bei Regatten teilzunehmen, jedoch mit eher geringem Erfolg.

2. Weltkrieg

Wenig später gab es ein provisorisches Bootshaus nahe dem heutigen Paddlerhaus. Anfang der 40er Jahre erwarb man das Gelände mit Bootshaus an der Stelle, wo sich das „Bootshaus Steyr“ heute befindet. Das erste Bootshaus war das ehemalige Tribünengebäude des Trabrennbahngeländes (daher heute noch „Rennbahnweg“). Von 1942 bis 1950 ruhte der Ruderbetrieb zuerst kriegsbedingt, am Kriegsende und danach wurde das Bootshaus zum Pferdestall zweckentfremdet. Auch waren keine Boote mehr vorhanden (wurden von der damaligen Besatzungsmacht entsorgt). Ab 1950 kam der Ruderbetrieb nur langsam in Schwung, da viele Mitglieder gefallen waren und neue Ruderer gesucht und ausgebildet werden mussten. Die ersten Ausfahrten im Sommer 1950 fanden mit geliehenen Booten von befreundeten Vereinen statt. Kriegsentschädigungszahlungen ermöglichten die Anschaffung der ersten, gebrauchten Boote.

Goldene Zeiten

In den darauf folgenden Jahren war das Vereinsleben sehr rege – Bordfeste, sogar Vereinsbälle wurden veranstaltet, aber auch mit der Teilnahme an namhaften Regatten wurden begonnen. Es gelang, mit einer guten Mannschaft einige Erfolge einzufahren, das Interesse und die Mitgliederzahl ist damit deutlich gestiegen. Auch war dies der Zeitpunkt, ab dem auch Frauen in den Verein aufgenommen wurden. 1961 errang der Verein Platz 1 beim österreichischen Leistungstag. Im Sommer 1964 ruderten die Mitglieder Franz Hofer und Fritz Saibl von Bregenz nach Rotterdam – 1002 km in 2 Wochen – und fanden mit dieser Leistung große Beachtung in den Medien.

Stagnation und Wiederauferstehung

In den 70er Jahren stagnierte der Rennsport und wurde erst wieder ab 1996 verstärkt begonnen. Es konnten durch Verbesserung des Bootsmaterials, Anschaffung eines Motorbootes für den Trainer und gezieltes Training, die früheren Erfolge weit übertroffen werden. Wolfgang Riess hat mit der Ablegung der Prüfung zum „staatlich anerkannten Lehrwart“ im Jahr 1997 eine bis dahin nicht da gewesene Intensivierung der Regattateilnahmen eingeleitet.

Im Jahr 1978 wurde von einem Wassersportverein in Großraming das derzeitige Bootshaus Garsten (damals noch ohne Sanitär-Zubau) erworben und auf dem von den Ennskraftwerken gepachteten Grund in der Gemeinde St. Ulrich, Eisenstraße 86a, aufgestellt. Einige Erdbewegung war erforderlich, um das Gelände in den heutigen Zustand zu bringen und so zum beliebten Bootsplatz werden zu lassen.

Die Jahrhundertflut – ein schwerer Schlag

Eine große Herausforderung bedeutete das Jahrhundert-Hochwasser 2002. Boote wurden beschädigt, sogar die riesigen Bootshaustore wurden weggeschwemmt. Werkstätte, Küche und Umkleideraum waren von Schlamm zu befreien und trockenzulegen. Das gesamte Bootshaus-Gelände in Steyr stand bis zu 2,5 Meter unter Wasser. Mit einer Anzahl Vereinsmitglieder und mit Hilfe des Bundesheeres und der Stadt Steyr, konnte der frühere Zustand annähernd wiederhergestellt werden.

Vom Sommer- zum Ganzjahressport

Seit dem Winter 2004/2005 gibt es auch einen beheizten Trainingsraum für das Winter- und Schlechtwettertraining. Dieser war zunächst im alten Wirtschaftshof der Stadt Steyr untergebracht.

Im November 2009 war der Verein gezwungen aus dem Tainingsraum im alten Wirtschaftshof auszuziehen, da Heizung und Wasserversorgung vom Magistrat mit Blick auf die geplante Umgestaltung des Geländes eingestellt wurden. Als Zwischenlösung wurde im Kellergeschoß der Sporthalle des ATV ein Trainingsraum gemietet und die vorhandenen Trainingsgeräte dorthin übersiedelt.

Die Gegenwart

Eine unermüdliche Aufbauarbeit und Ausbildung von vielen Schülern und auch erwachsenen Interessenten am Rudersport, hat den Verein in den vergangenen Jahren in das Feld der aktiven österreichischen Rudervereine vordringen lassen. Regelmäßige Teilnahmen an nationalen und internationalen Regatten sind nun eine große Herausforderung an den Verein, sowohl betreffend personellen Einsatz, als auch in finanzieller Hinsicht.

 

125 Jahre RV Steyr

Im Jahr 1888 gegründet, feierte der Ruderverein Steyr im Jahr 2013 sein 125-jähriges Bestehen. Im Rahmen einer Feier am 6. April 2013 wurde dies auch entsprechend gefeiert. 

In den 125 Jahren hat der Verein Höhen und Tiefen erlebt: Tiefschläge mussten etwa beim großen Hochwasser 2002 verkraftet werden, bei dem der Verein sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Das Bootshaus stand 2,5 Meter unter Wasser, Boote wurden zerstört, historische Dokumente hinweggeschwemmt“, erinnerte sich Obmann Walter Rust. Höhen durften 1964 erlebt werden, als zwei Mitglieder von Bregenz nach Rotterdam – 1002 km in 2 Wochen – ruderten und damit große Beachtung fanden. Stolz ist man auch auf den bisher größten Erfolg des Vereins - die erste Entsendung des Vereins zu einer Europa- und zu einer Weltmeisterschaft im Junioren-Bereich im Jahr 2012. Darüber hinaus trägt die Nachwuchsarbeit unter Trainer Wolfgang Riess zahlreiche Früchte und lässt für die Zukunft viel versprechen.

Gefeiert wurde das Jubiläum im Rahmen der traditionellen Saisoneröffnung der Steyrer Wassersportvereine am Samstag, 6. April 2013. Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Gerald Hackl am Stadtplatz, lud der RV Steyr in sein Bootshaus. Dort wurden im Rahmen eines Festakts zwei neue Boote – der Rennzweier „Black Pearl“, benannt nach einem Piratenschiff eines Hollywood-Streifens, sowie der Renneiner „Nati“ – offiziell getauft und Ihrer Bestimmung, der Nachwuchsarbeit im Verein, übergeben.

Neben den zwei neuen Booten freute sich der Verein auch über zahlreiche Glückwünsche und Geschenke zum Jubiläum. Beste Grüße und Glückwünsche für die nächsten 125 Jahre überbrachte vonseiten des ÖRV Ehrenpräsident Helmar Hasenöhrl. Bürgermeister Gerald Hackl überreichte im Namen der Stadt eine gravierte Plakette zum 125. Geburtstag des Vereins. Die Freunde der Wasserwehr schenkten dem Verein zum "Runden" einen besonderen Pokal - ein kleines, selbstgezimmertes Holzboot - das an das Jubiläum erinnern soll. Der Tauchverein überraschte mit einigen historischen Fotos des Rudervereins aus seinen Archiven. 

Schließlich durfte Obmann Walter Rust dem langjährigen Mitglied Rudolf Meidl die Ehrenmitgliedschaft für seine Verdienste um den Verein verleihen. 

Alles in allem eine dem 125. Geburtstag mehr als würdige Feier!

Nachstehend ein kleiner fotografischer Nachbericht. Fotos gibt es auch auf e-steyr.com

Mit zwei Bootstaufen wurde das Jubiläum entsprechend gefeiert. Mit dabei: Bürgermeister Gerald Hackl (ganz links).
Natalia Egger taufte einen neuen Renneiner auf ihren Spitznamen "Nati"...
...Wolfgang Stöcher den neuen Rennzweier auf den Namen "Black Pearl", nach dem gefürchteten Piratenschiff aus dem Hollywood-Film "Fluch der Karibik"...
... auf dass Hannah Stöcher (li.) und Laura Egger (re.) damit künftig Regatten unsicher machen.
Entsprechend wurde das Boot zuvor von den Mädels meisterhaft geschmückt.
Der ganze Verein half bei der Feier tatkräftigst mit...
... was von unseren Besuchern auch entsprechend geschätzt wurde.
Vor der Feier im Bootshaus wurde die Saison der Wassersportler offiziell am Stadtplatz eröffnet. Obmann Walter Rust hielt zu diesem Anlass eine Rede...
... und stand auch den Medien für Interviews zur Verfügung.
Dass die Feier so toll gelungen ist, hat der Verein auch einigen treuen Sponsoren zu verdanken wie etwa der Generali-Versicherung...
... der Volksbank Steyr...
... sowie der Tischlerei und Zimmerei Fuchshuber.